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Pressemitteilung Nr. 18/848

Politze: Studie macht deutlich – Absenkung der Unterrichtsverpflichtung ist keine Lösung

01. August 2016 | Die Ergebnisse der GEW-Arbeitszeitstudie bei Lehrern, die heute, Montag veröffentlicht worden sind, müssen in Ruhe betrachtet werden. Die SPD-Landtagsfraktion nimmt die Ergebnisse der Studie ernst: „Wir haben der GEW für diese Arbeit zu danken. Unser klares Signal ist, dass die Lehrkräfte in Niedersachsen auf die Unterstützung der SPD wie bereits in der Vergangenheit zählen können“, betont der SPD-Bildungspolitiker Politze.

 

„Die GEW-Arbeitszeitstudie macht deutlich, dass eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung keine Entlastung für Lehrerinnen und Lehrer bringen würde. Die Belastungen liegen offenbar im außerunterrichtlichen Bereich“, sagt der SPD-Bildungspolitiker Stefan Politze nach der Vorstellung der Befragung durch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

„Wir kümmern uns um den Arbeitsplatz Schule. Das hat die CDU/FDP-Vorgängerregierung versäumt.“ Deshalb sei es gut, dass die Landesregierung den Arbeitsbereich und die Arbeitsbelastung außerhalb des Unterrichts mit einer eigenen Onlinebefragung erfasst hat.

„Bis Ende des Jahres werden wir auch die Auswertung der Online-Befragung von Lehrkräften durch das Kultusministerium haben“, sagt der SPD-Schulexperte Politze. „Beide Erhebungen müssen dann gemeinsam erörtert werden. Daraus ergeben sich dann Handlungsmöglichkeiten für die Politik und konkrete Hinweise für einen Maßnahmenkatalog. Wir werden über einen Stufenplan reden, Schnellschüsse bringen niemanden weiter.“

Die SPD-Landtagsfraktion wird sich dafür einsetzen, stark belastete Lehrkräfte in Niedersachsen zu entlasten: „Die Arbeitszeitstudie der GEW zeigt, dass besonders Teilzeitbeschäftigte und Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien viele Stunden außerhalb des Unterrichts leisten.“

Es zeige sich, so Politze, dass die Beliebtheit des Gymnasiums als weiterführende Schulform weiter steige. „Das bedingt große Klassen und mehr Belastung für die Lehrkräfte dort. Der von der SPD geführten Landesregierung und der Koalition beschlossene Wechsel hin zum Abitur nach 13 Jahren hat die Gymnasien im Lande weiter gestärkt. Die Studie der GEW belegt auch das. Damit wird auch die immerwährende Behauptung der Opposition widerlegt, wir würden die Gymnasien schwächen. Das Gegenteil ist der Fall.“
 

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Themen
Bildung - Schule

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3 Kommentare

Herbert Pleus am 27. August 2016 um 15:22 Uhr

Sehr geehrter Herr Politze,


Sie schreiben:
"Die GEW-Arbeitszeitstudie macht deutlich, dass eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung keine Entlastung für Lehrerinnen und Lehrer bringen würde. Die Belastungen liegen offenbar im außerunterrichtlichen Bereich“.
Sicherlich liegen viele Belastungen im außerunterrichtlichen Bereich (z. B. Korrekturen, Elterngespräche, Konferenzen etc.). Der Umfang dieser Aufgaben hängt jedoch direkt mit der Höhe der Unterrichtsverpflichtung zusammen. Die Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung würde somit auch diese außerunterrichtlichen Aufgaben reduzieren. Daher ist Ihre Folgerung eindeutig falsch.

Weiter schreiben Sie: "Wir kümmern uns um den Arbeitsplatz Schule\".
Wie kommt dieses "Kümmern" in den Schulen an?
Der glücklicherweise gescheiterte Versuch der Landesregierung die Arbeitszeit der Gymnasiallehrkräfte willkürlich zu erhöhen und die Weigerung, die Arbeitszeit der Lehrkräfte einer unabhängigen wissenschaftlichen Untersuchung zu unterziehen, lässt mich bezweifeln, dass das "Kümmern" Ihrer Partei in diesem Zusammenhang auch nur ansatzweise sachgerecht ist.
Solange Lehrkräfte in Niedersachsen weiterhin zu bürokratischen Tätigkeiten gezwungen werden, die keinen Nutzen für Schülerinnen und Schüler und Eltern bringen, kann mich Ihre Aussage auch nicht wirklich überzeugen. (Beispiel: Archivierung von Klassenarbeiten: In Sachsen-Anhalt gilt : "Die Aufbewahrung von Klassenarbeiten und Klausuren obliegt den volljährigen Schülerinnen und Schülern oder den Erziehungsberechtigten minderjähriger Schülerinnen und Schüler. Bei Verlust können gegenüber der Schule keinerlei Ansprüche geltend gemacht werden.") Ähnliche Regelungen gelten in vielen anderen Bundesländern (z. B. Berlin, Bremen, Meck.-Pom.). In Niedersachsen beschäftigt man weiterhin Lehrkräfte mit der Archivierung von mehreren Millionen Klassenarbeiten und lässt diese dann auch noch auf Kosten der Steuerzahler entsorgen. Das Niedersächsische Kultusministerium lehnte konkrete Verbesserungsvorschläge hinsichtlich der Archivierung ab und behauptet sogar, die niedersächsische Vorgehensweise sei rechtlich alternativlos.
Ich frage mich, wie ist es dann möglich, dass z, B. Sachsen-Anhalt so eine einfache, unbürokratische und für den Steuerzahler kostenlose Regelung anwendet?
Ein weiteres großes Problem scheint die nicht rechtzeitige Informationen der Schulen über neue Regelungen zu sein.
Im Zusammenhang mit den kurz vor den Sommerferien veröffentlichten Verordnungen und Erlassen zur Versetzung etc. schreibt der Schulleitungsverband in seiner Pressemitteilung vom 11.06.2016: "Zwei so bedeutende Verordnungen bzw. einen Erlass zu einem Zeitpunkt in Kraft treten zu lassen oder zu ändern, zu dem Lehrkräfte und Schulleitung ohnehin unter permanenter Belastung durch Korrekturen, Noteneintragungen, Konferenzen und Beratungsgespräche stehen, lässt die Onlineumfrage fast als Hohn erscheinen."

Dass es sich hier nicht um einen bedauerlichen Einzelfall handelt, kann man an der Pressemitteilung des Niedersächsischen Philologenverbandes vom 23.08.2016 zu den untergesetzlichen Regelungen für die Oberstufe sehen.
"Mit Datum 12.8.2016 gelten sie rückwirkend ab 1.8.2016 in Teilen auch für Schülerinnen und Schüler, die sich bereits in Q1 befinden - nicht nur von der Sache her ein Unding, sondern auch für die Organisation der Oberstufe in den Schulen - denn manche der jetzt geänderten Regelungen können beispielsweise Auswirkungen auf die Kurswahl und die Prüfungsfachwahl der Schüler und auf den Terminplan haben.
Wir hatten das MK schon im Frühjahr mehrfach gemahnt, die Schulen rechtzeitig verbindlich zu informieren - doch das hielt die Ministerin nicht für notwendig."

Es gibt somit viel zu "kümmern". Schöne Worte in Pressemitteilungen reichen den direkt betroffenen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften keinesfalls.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Pleus

Alexander Sablowski am 12. August 2016 um 09:42 Uhr

So kann man das Ergebnis also auch interpretieren? Das ist ja äußerst kreativ.
Es ist klar, dass man als Vertreter der Regierung schlecht eine Reduzierung der zu unterrichtenden Zeit propagieren kann. Letztlich geht es mal wieder nur ums Geld und das soll offenbar nicht für Bildung verschwendet werden. Andererseits ist dies das Ergebnis der Studie, die Sie so loben.
Natürlich liegt die Belastung auch außerhalb der Unterrichtszeit. Die reine Unterrichtszeit liegt ja logischerweise weit unter den 40+ Wochenstunden. Aber ebenso selbstverständlich hängt die Belastung mit der Anzahl der Pflichtstunden direkt zusammen. Das steht auch so in den Ergebnissen der Studie. Zusätzlich sind von der aktuellen Landesregierung und ihren Vorgängern immer mehr Aufgaben an die Schulen herangetragen worden, ohne dafür zusätzliches Personal (also auch finanzielle Mittel) zur Verfügung zu stellen. Hier handeln alle Akteure nachgewiesen rechtswidrig. Von der Fürsorgepflicht für die Beamten und Angestellten mal ganz abgesehen.
Ich finde es auch kurios, die eigene Befragung zu erwähnen, an der weniger als 10 Prozent der Lehrkräfte teilgenommen haben. Dabei wurden auch die Abbrecher gezählt, so dass der reelle Anteil noch geringer ist. Die Online-Befragung der Landesregierung war Zeit- und Geldverschwendung, da sie so angelegt war, dass die wahren Probleme und Belastungen damit nicht erfasst werden konnten. Ein politisches Blendwerk, das von informierten Bürgern allerdings nur allzu leicht durchschaut werden kann.
Richtig ist, dass Sie, Herr Politze sich bedanken, dass die GEW eine repräsentative Untersuchung der Arbeitszeit durchgeführt hat, was eigentlich Aufgabe des MK gewesen wäre. Der dringenden Aufforderung des OLG, solch eine Untersuchung der tatsächlichen Arbeitszeit von Lehrern umgehend zu veranlassen, ist das MK bisher noch nicht gefolgt, verhält sich also auch hier rechtswidrig.
Ich hoffe sehr, dass Ihre hanebüchene Interpretation der Ergebnisse aufgrund von politischen und finanziellen Zwängen zustande kam. Wer sich in der Schullandschaft auch nur ein bisschen auskennt, und das sollte man als "Bildungsexperte" wohl, kann nicht zu solchen Schlussfolgerungen kommen.
Falls tatsächlich jemand Ihre Interpretation der Ergebnisse der Studie nachvollziehen kann, ist dies umso mehr ein flammendes Plädoyer für mehr Investitionen in die Bildung.

Christian Haubner-Reifenberg am 04. August 2016 um 22:24 Uhr

„Die GEW-Arbeitszeitstudie macht deutlich, dass eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung keine Entlastung für Lehrerinnen und Lehrer bringen würde. Die Belastungen liegen offenbar im außerunterrichtlichen Bereich“

Das ist eine Fehleinschätzung, sehr geehrter Herr Politze.
An jeder Unterrichtsstunde hängt nicht nur die Kategorie "unterrichtsnahe Lehrarbeit", sondern auch weitere Zeitaufwände für Kommunikation, Konferenzen etc.

Im Übrigen sind Schnellschüsse kaum die perfekte finale Lösung, da gebe ich Ihnen recht. Erste zeitnahe Unterrichtsentlastungen kämen den LehrerInnen und den Schulen insgesamt aber sehr zugute: jedenfalls ist die Alternative, statt Schnellschuss die lange Bank zu wählen, keine vernünftige.

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