LANDTAGSFRAKTION
NIEDERSACHSEN
 
 
Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung  
Siebels I 1

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

unser Land Niedersachsen ist Agrarland Nr.1 in Deutschland. Die Agrar- und die Ernährungswirtschaft sind gemeinsam der zweitgrößte Wirtschaftszweig nach der Automobilindustrie. Mehr als 60 Prozent der Fläche Niedersachsen werden landwirtschaftlich genutzt, sodass verarbeitende Betriebe ihre Rohstoffe direkt vor Ort beziehen können. In Niedersachen werden mehr als die Hälfte aller Hähnchen, Puten und Kartoffeln deutscher Herkunft erzeugt. Jedes dritte Schwein, jedes dritte Ei, jede vierte Zuckerrübe, jedes vierte Stück Butter, jedes fünfte Rind und ein Fünftel der deutschen Milch kommen aus Niedersachsen.

Gerade in Niedersachsen hat sich die Landwirtschaft aber auch stark verändert. Während die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe dramatisch gesunken ist, haben sich ihre Größe und ihre Produktivität enorm erhöht. Viele Betriebe haben sich spezialisiert und bedienen differenzierte Märkte. Der Landwirt von heute versorgt nicht mehr nur das direkte Umfeld, er produziert für den Weltmarkt. Die zunehmende Strukturveränderung in der Landwirtschaft verdeutlicht sich insbesondere in den vielfältigen Produktionsmethoden. Niedrige Lebensmittelpreise, hoher Kostendruck und die starke Konkurrenz durch den Energiepflanzenanbau prägen den Alltag der Landwirte.

Die Debatten und Skandale der letzten Jahre zeigen uns die Grenzen dieser Produktionsweisen ganz deutlich auf:

Es muss nicht nur erhebliche Verbesserungen im Tierschutz geben, sondern auch der Schutz von Boden, Wasser und Luft müssen stärker berücksichtigt werden.

Die Verbraucher sind nicht nur verunsichert und besorgt über die Sicherheit von Lebensmitteln. Sie sehen mit großer Skepsis auf die Entwicklungen in der Futtermittel-, Agrar- und Ernährungswirtschaft. Sie setzen sich mit den dabei entstandenen Strukturen und Verflechtungen kritisch auseinander. – Sie fragen mit Recht immer stärker nach den ethischen und moralischen Grundlagen.

Wir brauchen daher dringend einen umfassenden und systematischen gesellschaftlichen Diskurs über die zukünftigen Grundlinien, gewünschte Entwicklungsziele, erforderliche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Lebensmittelwirtschaft.

In diesen Dialog müssen Vertreterinnen und Vertreter aus allen relevanten Bereichen eingebunden werden. Dazu gehören die Landwirtschaft, die Gewerkschaften, der Umwelt- und Tierschutz sowie der Verbraucherschutz. Aber auch kirchliche und kommunale Vertreter müssen mit einbezogen werden. Ziel muss es sein, das europäische Agrarmodell einer flächendeckend wirtschaftenden und multifunktional ausgerichteten Landwirtschaft in Niedersachsen zu erhalten.

Wir setzen uns dafür ein, dass in Niedersachsen in Zukunft sowohl im konventionellen wie im ökologischen Bereich Lebensmittel produziert werden, die hohen Qualitätsstandards entsprechen und eine gesunde Ernährung ermöglichen.

Wir unterstützen eine bäuerliche Landwirtschaft, die in möglichst hofnahen Kreisläufen wirtschaftet, in die Region und die ländliche Gemeinschaft eingebunden ist und deren Handeln auf die Sicherung der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen ausgerichtet ist.

Wir setzen uns für starke und lebenswerte ländliche Räume ein, in denen vielfältig strukturierte landwirtschaftliche Unternehmen eine der wirtschaftlichen Säulen darstellen.

Gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung werden wir an einem Konzept zur Entwicklung der ländlichen Räume arbeiten, dazu laden wir alle Interessierten herzlich ein.

Ihr Wiard Siebels

 

Name der Veranstaltung

Datum der Veranstaltung

AK Verbraucherschutz besucht Bäcker-Innung

09.07.2015

AK Landwirtschaft besucht Junge Schweinehalter

24.03.2015

Messe "Grüne Woche"

23.01.2015

 

Pressemitteilung Nr. 17/1028

Bosse: Rot-grünes Blühflächenprogramm schon jetzt ein Erfolg – 27 Anträge aus ganz Niedersachsen eingegangen

19. Juli 2017 | Die Regierungsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben mit dem Doppelhaushalt für die Jahre 2017 und 2018 jeweils 750.000 Euro an Fördergeldern für ein Programm bereitgestellt, das die Biodiversität in Städten und Dörfern durch die Schaffung von blühenden Flächen erhöhen soll.
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